Auf den ersten Blick unterscheidet sich das neue „Café Neko“ in Wien nicht von anderen Cafés. Hunde müssen bei den meisten vor der Tür bleiben, nur hier aus einem anderen Grund: „Neko“ ist das japanische Wort für Katze und der Name ist Programm. Beim gemütlichen Kaffeeklatsch streichen dem Kunden sechs Mini-Tiger aus dem Wiener Tierheim um die Beine und sind auch gerne für ausgiebige Streicheleinheiten zu haben.
Die Inhaberin Takako Ishimitsu hat den Trend des Katzencafés aus Japan in die österreichische Hauptstadt geholt und damit offensichtlich den Zahn der Zeit getroffen, denn bei der Eröffnung am 4. Mai 2012 war das kleine Lokal gut gefüllt und seine pelzigen Angestellten erfreuten sich äußerster Beliebtheit. Das allererste Katzenkaffee wurde 1998 allerdings in Taiwan eröffnet und lockte aber vor allem japanische Touristen auf die Insel. So startete 2004 in Osaka das erste japanische Kuschellokal, wobei man heute allein in Tokio circa 40 Kaffeehäuser dieser Art findet. Doch wodurch lässt sich der enorme Erfolg dieses eher ungewöhnlichen Konzepts erklären?In japanischen Großstädten leben viele Menschen auf engem Raum zusammen, daher sind in den meisten Apartmenteinheiten Haustiere verboten. Und durch den Stress und den Trubel des alltäglichen Lebens sind die Leute gehetzt und wünschen sich von Zeit zu Zeit etwas Ruhe und Entspannung. Katzen sind in diesen Situationen die angenehmste Gesellschaft. Ein paar Streicheleinheiten entspannen nicht nur den Vierbeiner, sondern auch den abgespannten Großstädter.
In Japan zahlt man stundenweise für den Aufenthalt in einem der Katzencafés, in Wien ist dieser kostenlos. Hier wird das Portemonnaie nur für einen Kaffee, einen japanischen Tee, Säfte von den Bauern der Umgebung und hausgemachten Kuchen aus der Tasche geholt. Und während man auf seine Bestellung wartet, können Moritz, Thomas, Sonia, Haru, Luca und Momo beim Spielen im großen Kletterbereich für Vierbeiner beobachtet oder auch für eine private Kuschelstunde an den Tisch geholt werden.
Wer also nach etwas Entspannung sucht und selbst keinen Stubentiger halten darf, weil der Mietvertrag es verbietet, ein Familienmitglied an einer Allergie leidet oder einfach die Zeit für ein eigenes Haustier fehlt, der sollte ab und zu im Café Neko vorbeischauen und ein paar Streicheleinheiten verteilen.
Bildquelle: Haya_BS/ flickr.com


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